Pränataldiagnostik

Ist mein Kind gesund oder hat es eine Chromosomenstörung wie die Trisomie 21 (Down-Syndrom)

Unser genetischer Code besteht aus der DNA, die in Form von 46 Chromosomen in unseren Zellkernen aufgewickelt ist. Bei der Befruchtung von Ei- und Samenzelle, die jeweils 23 Chromosomen besitzen, entsteht ein neues Leben mit 23 Chromosomenpaaren (46 einzelne Chromosomen). In den Eizellen der Eierstöcke ist ein Klebeprotein (Cohesin) für die Fixierung der Chromosomen verantwortlich, welches mit zunehmenden Alter der Mutter an Bindungskraft verliert oder dem Abbau unterworfen ist. Dieser Cohesinmangel führt zu einer Fehlverteilung der Chromosomen bei der Zellteilung während der Kindsentwicklung.

Chromosenstörungen sind sehr selten und kommen mit einer Häufigkeit von unter 1:100 (<1%) bei allen Lebendgeburten vor. Also 1 Kind von 100 lebend geborenen Kindern kann ein Gendefekt besitzen. Solche Defekte oder Mutationen können jedoch auch nur sehr leicht sein, wie zB bei der Laktoseintoleranz.

Der häufigste Gendefekt bei uns Menschen ist die Trisomie 21 (das 3-fache vorkommen des 21. Chromosoms - Down Syndrom) mit einer Häufigkeit von 1:700 (0,14%), gefolgt von der Trisomie 18 (1:3000; 0,03%), der Trisomie 13 (1:5000; 0,02%) und dem Turnersyndrom - Monosomie X (1:5000; 0,02%). 50-70% der Feten mit Trisomie 21 zeigen in der 20.-22. Schwangerschaftswoche sonographische Auffälligkeiten.

Der Goldstandard zur Diagnose von Chromosomenstörungen ist die Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) oder Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie). Beide invasiven Verfahren sind jedoch trotz größter Sorgfalt mit einem Fehlgeburtsrisiko von 0,2-1% (1:500 - 1:100) verbunden.

Somit ist es ethisch und moralisch nicht vertretbar jede Schwangere einer invasiven Chromosomendiagnostik (Fruchtwasser- oder Plazentapunktion) zu unterziehen, da zumindest vor dem 40. Lebensjahr das Risiko einer Fehlgeburt größer ist als eine Trisomie 21 wahrscheinlich wäre.

Eine 20- Jährige hat in der 13. Schwangerschaftswoche etwa eine Wahrscheinlichkeit von unter 1 : 1000 (0,1%), dass ihr Kind eine Trisomie 21 (Down Syndrom) hat, während bei einer 40- Jährigen diese Erkrankung bei 1 von 100 Kindern auftritt (1%). 

Sicherlich sind eine Vielzahl von körperlichen Fehlbildungen genetischen Ursprungs (10%), jedoch gibt es ebenfalls 2% (1:50) fetale Missbildungen die ohne bekannte oder noch nicht erforschte Genmutation auftreten. Mittels hochauflösender Ultraschalluntersuchungen (Erstrimesterscreening, frühe Feindiagnostik und Feindiagnostik) können bei guten Untersuchungsbedingungen ungefähr 95% solche körperlichen Störungen erkannt werden.

 

Literatur:

Kurahashi, H., M. Tsutsumi, S. Nishiyama, H. Kogo, H. Inagaki, and T. Ohye. 2012. "Molecular basis of maternal age-related increase in oocyte aneuploidy." Congenit Anom (Kyoto) 52(1):8-15.

Scharf A.: Der PraenaTest aus pränatalmedizinischer Sicht. Frauenarzt 53 (2012) 739-741 

Nicolaides, K. H. 2005. "First-trimester screening for chromosomal abnormalities." Semin Perinatol 29(4):190-4.

 

Wie lässt sich das individuelle Risiko für die häufigsten Chromosomenstörungen abschätzen und wann ist eine Fruchtwasser- oder Plazentapunktion medizinisch zu empfehlen?

Für die Trisomie 21, 18 und 13 kann mit Hilfe des Erstrimesterscreenings (ETS) schon in der 11.-14. SSW durch die Beurteilung der Nackenfalte (nuchal translucency, NT), des Nasenbeins und weiterer sonographischer Parameter (Ductus venosus, Trikuspidalklappe am Herzen, Gesichtswinkel, Fluß in der Leberarterie) und einer Blutentnahme (PAPP-A und freies ß HCG) die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Chromosomenstörungen berechnet werden. Die Erkennungsrate der Untersuchung beträgt ca.90-95% mit einer Falsch-Positiv-Rate von 2,5-5%. Am Ende der Untersuchung werden Sie über das Ergebnis informiert und beraten, ob eine invasive Chromosomendiagnostik (Fruchtwasser- oder Plazentapunktion) medizinisch zu empfehlen ist. Außerdem können mit dieser Untersuchung Hinweise auf schwere organische Fehlbildungen erfasst werden.

Der neue Pränatest® der Firma Lifecodexx ist ein Bluttest der die Konzentration zellfreier DNA-Bruchstücke vom ungeborenen Kind aus dem mütterlichen Blut misst und daraus die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Trisomie 21, 18 und 13 berechnet. Er sollte in Kombination mit einem Ersttrimesterscreening oder Feindiagnostik / frühen Feindignostik stattfinden und ist mit seiner Erkennungsrate von 95% und einer Falsch-Positiv-Rate von 0,5% eine gute Entscheidungshilfe. Ein positives Testergebnis muss mit einer invasiven Chromosomendiagnostik (Fruchtwasser- oder Plazentapunktion) gesichert werden, da dieses Nachweisverfahren den kompletten Chromosomensatz analysiert.


Literatur:

Sonek, J., and K. Nicolaides. 2010. "Additional first-trimester ultrasound markers." Clin Lab Med 30(3):573-92.

Zvanca, M., Y. Gielchinsky, F. Abdeljawad, C. M. Bilardo, and K. H. Nicolaides. 2011. "Hepatic artery Doppler in trisomy 21 and euploid fetuses at 11-13 weeks." Prenat Diagn 31(1):22-7.

Nicolaides, K. H. 2011. "Screening for fetal aneuploidies at 11 to 13 weeks." Prenat Diagn 31(1):7-15.

Praenatest® - Lifecodexx

Liebe Schwangere,
der Praenatest® der Firma Lifecodexx ist ein Bluttest, der ab der 12. SSW (nach erfolgtem Ersttrimseterscreening) durchgeführt wird und mit dessen Hilfe die Trisomie 21, 18, 13 bei Ihrem Kind zuverlässig ausgeschlossen oder bestätigt werden kann. Als Referenzzentrum bieten wir Ihnen die Möglichkeit diesen Test bei uns durchführen zu lassen. Eine entsprechende Beratung nach Gendiagnostikgesetz muss vor Durchführung des Tests und nach Erhalt der Ergebnisse erfolgen.

Der neue Pränatest® der Firma Lifecodexx ist ein Bluttest der die Konzentration zellfreier DNA-Bruchstücke vom ungeborenen Kind aus dem mütterlichen Blut misst und daraus die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Trisomie 21, 18, 13 berechnet. Er sollte in Kombination mit einem Ersttrimesterscreening oder Feindiagnostik / frühen Feindignostik stattfinden und ist mit seiner Erkennungsrate von 95% und einer Falsch-Positiv-Rate von 0,5% eine gute Entscheidungshilfe. Ein positives Testergebnis muss mit einer invasiven Chromosomendiagnostik (Fruchtwasser- oder Plazentapunktion) gesichert werden, da dieses Nachweisverfahren den kompletten Chromosomensatz analysiert.

Literatur:
Eiben B. et al: Trisomie-21-Analyse aus mütterlichem Blut. Frauenarzt 53 (2012) 834-835
Scharf A.: Der PraenaTest aus pränatalmedizinischer Sicht. Frauenarzt 53 (2012) 739-741 

Unsere Praxis im Fernsehen (LINK).

Ersttrimesterscreening

Für die Trisomie 21, 18 und 13 kann mit Hilfe des Erstrimesterscreenings (ETS) schon in der 11.-14. SSW durch die Beurteilung der Nackenfalte (nuchal translucency, NT), des Nasenbeins und weiterer sonographischer Parameter (Ductus venosus, Trikuspidalklappe am Herzen, Gesichtswinkel) und einer Blutentnahme (PAPP-A und freies ß HCG) die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Chromosomenstörungen berechnet werden. Die Erkennungsrate der Untersuchung beträgt ca.90-95% mit einer Falsch-Positiv-Rate von 2,5-5%. Außerdem können mit dieser Untersuchung Hinweise auf schwere organische Fehlbildungen erfasst werden. Am Ende der Untersuchung werden Sie über das Ergebnis informiert und beraten, ob eine invasive Chromosomendiagnostik (Fruchtwasser- oder Plazentapunktion) medizinisch zu empfehlen ist. Außerdem können mit dieser Untersuchung Hinweise auf schwere organische Fehlbildungen erfasst werden.

Frühe Feindiagnostik

In einigen Situationen, wie zum Beispiel bei Mehrlingsschwangerschaften, Grunderkrankung der Schwangeren oder zur Verlaufskontrolle bei sonografischen Auffälligkeiten im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge, kann es notwendig werden, den  „großen Ultraschall“  zu einem früheren Zeitpunkt durchzuführen, meistens zwischen der 14. und 17. Schwangerschaftswoche. In diesen Fällen werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Feindiagnostik

Die weiterführende differentialdiagnostische Ultraschalldiagnostik (Feindiagnostik) beinhaltet den Ausschluss bzw. den Nachweis im Ultraschall erkennbarer Auffälligkeiten von Mutterkuchen, Fruchtwasser und der fetalen Anatomie, die auf eine fetale Erkrankung sowie Wachstums-und Entwicklungsstörung hinweisen können. In die Feindiagnostik ist die fetale Echokardiografie integriert. Dies bedeutet die gezielte Suche nach sonografischen Auffälligkeiten und der  Beurteilung des fetalen  Herzens und der herznahen Gefäße. Der günstigste Zeitpunkt für die Feindiagnostik ist die 19-22. Schwangerschaftswoche. Sie kann aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Die Indikationen für die Feindiagnostik sind in der Anlage 1c der Mutterschaftsrichtlinien festgelegt und bedürfen einer Überweisung von Ihrem behandelnden Frauenärztin/-arzt. Darüber hinaus kann auch der Wunsch (so genannte individuelle Gesundheitsleistung) aus Sicherheitsgründen mehr über das heranwachsende Kind zu erfahren, Grund für die Feindiagnostik sein. 

Dopplersonographie (Farbduplexsonographie)

Die Dopplersonografie ist ein Ultraschallverfahren zur Untersuchungen von Blutflüssen. Gründe für diese weiterführende Untersuchung sind häufig der Verdacht auf eine Funktionsstörung des Mutterkuchens bei verzögertem Wachstum des Kindes.

Nabelschnurblutentnahme

Das Nabelschnurblut Ihres Kindes enthält Stammzellen die für therapeutische Maßnahmen verwendet werden können.  Stammzellen sind unspezifische Zellen die sich in verschiedene Zellen entwickeln können z.B. Blut-Nerven oder Hautzellen. Geschädigte Organe können durch den Einsatz von Stammzellen, somit behandelt werden.

Es ist eine schmerzfreie Methode und hat eine gute Verträglichkeit mit anderen Stammzellen, wenn eine Spende vorgesehen ist. Nicht nur die sofortige Verfügbarkeit ist ein Vorteil gegenüber der Knochenmarkspende, sondern auch das hohe Potenzial der jungen Zellen. Die Menge des entnehmbaren Nabelschnurblutes ist begrenzt und dadurch zeitintensiv beim Anwachsen des Patienten. Risiken sind nicht bekannt.

Das Nabelschnurblut kann für eigene Zwecke genutzt werden, als Spende, gerichtete Spende oder in Kombination.